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Die Herzogspaare von Mödling

Eine unverzichtbare und längst liebgewordene Institution im Mödlinger Faschingsgeschehen war und ist das jeweils regierende "Herzogspaar von Mödling".

Um aber bis zu den Anfängen der Herzöge von Mödling vorzudringen, müssen wir das Rad der Zeit bis ins Jahr 1177 n.Chr. zurückdrehen. Damals lebten in Mödling Herzöge aus einer Seitenlinie der Babenberger.  Herzog Leopold  der V. hatte seinen jüngeren Bruder Heinrich  mit der Herrschaft Mödling abgefunden. Das damalige Dorf Mödling erlebte unter dieser Herrschaft eine wahre Blütezeit. Die Residenz befand sich auf der Burg Mödling, die damals weitaus größer war als die heutige Ruine vermuten lässt.  Sie besaß einige Burghöfe und Türme und war vom Süden her, also vom Anninger, bequem zu erreichen.

Heute noch existiert  im Stiftsarchiv der Zisterzienserabtei von Heiligenkreuz im Wienerwald eine Urkunde, welche von einem Herzog von Mödling berichtet und zwar schon vor 1185 n.Chr.: "Heinrich, Herzog von Mödling" oder auch "Heinrich von Gottes Gnaden, der ich bin".

Vermutlich um 1219 n.Chr. weilte auch der berühmte Minnesänger Walther von der Vogelweide am herzöglichen Hof.

Auch eine reiche Hofhaltung mit richtigen Hofämtern entwickelte sich an der Mödlinger Residenz: Es gab einen Marschall, einen Kellermeister, einen Küchenmeister, einen Wirtschaftsverwalter, zwei Notare und einen Leutepriester.

Noch heute begegnen wir in unserer Stadt den Spuren der Herzöge: Herzoghof in der Herzoggasse, der ein Absteigequartier für den Herzog und seine Dienerschaft gewesen sein könnte, das Hotel-Restaurant Babenbergerhof in der Babenbergergasse und die Jasomirgottgasse.

So gegenwartsbetont, dem heutigen Zeitgeist entsprechend und so zukunftsorientiert wir heute auch leben, eines dürfen wir dabei nicht vergessen: Wir alle sind Individuen der Vergangenheit. In der Geschichte wurzeln wir alle unentrinnbar.

So mancher Historiker wird jetzt mahnend seinen Zeigefinger erheben und sagen, die Vermischung von reeller Geschichte mit dem unseriösen Faschingstreiben und insbesondere die Verwendung als "Faschingsherzogspaar von Mödling" sei unstatthaft.

Diese Haltung ist - ohne unsere Beweggründe zu kennen - durchaus legitim. Doch wir als Verein wollen lediglich in humorvoller, aber gleichzeitig ehrwürdiger Haltung auf diesen für unsere Stadt so bedeutenden Zeitabschnitt in geeigneter Form hinweisen und dadurch wenigstens ein klein wenig das Geschichtsbewusstsein und vielleicht auch das Interesse der Bevölkerung, aber auch der Gäste wecken.

Zweifelsohne wäre es einfacher gewesen, so wie in anderen Faschingsgilden üblich "Prinzenpaare" zu küren. Somit glauben wir, dass unser Herzogspaar unter diesem Aspekt seine Daseinsberechtigung bzw. seine Existenz erfüllt hat.

Mödlinger Herzogspaare

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